BIPAP Grundkurs - Kapitel 1




In diesem BIPAP-Grundkurs behandeln die Kapitel eins und zwei die grundlegende Systematik, mit deren Hilfe versucht wurde den Beatmungsmodus BIPAP im Kontext der Vielzahl der vorhandenen Beatmungsmodi zu klassifizieren. In den Kapiteln drei bis sieben dieses Kurses wird auf die praktisch klinische Anwendung von BIPAP beim beatmeten Patienten auf der Intensivstation eingegangen. Hierbei sollen nicht die einzelnen Parameter für sich allein besprochen werden. Vielmehr sind die Parameter in diesen Kapiteln zu Funktionseinheiten zusammengefasst, mit denen die basalen Ziele der maschinellen Beatmung (Ventilation, Diffusion, ...) umgesetzt werden können. Kapitel drei und vier behandeln die Parameter aus Sicht der Ventilationsoptimierung, Kapitel fünf behandelt die Parameter aus Sicht der Oxygenierung. Kapitel sechs setzt sich mit weiteren Parametern zur Adaptierung des Atemmusters an den Patienten auseinander. In Kapitel sieben besteht dann die Möglichkeit, durch Veränderung aller Parameter, das in den Kapiteln drei bis sechs erworbene Wissen selbstständig nachzuvollziehen. Ebenso stehen Beatmungsvideos zur Verfügung. Da es sich nicht um ein Simulationsprogramm, sondern um auf der Intensivstation abgefilmte Beatmungseinstellungen handelt, kann jeder Parameter von der Grundeinstellung ausgehend meistens nur zweimal nach oben und zweimal nach unten verändert werden.
Als zusätzliche Hilfe sind fachspezifische Schlüsselwörter grau eingefärbt. Beim Überstreichen eines Schlüsselwortes mit dem "Mauspfeil" wird dieses zum besseren Erkennen gelb hinterlegt. Ein Klick auf diesen Begriff öffnet ein Zusatzfenster, in dem eine kurze Beschreibung des Schlüsselwortes erfolgt ( z.B.: BIPAP).
Am Ende jedes Kapitels können Sie mit Hilfe der gestellten Fragen für sich selbst überprüfen, ob Sie den Inhalt dieses Kapitels prüfungsrelevant wiedergeben können. Wenn Sie dies für alle Fragen durch Ankreuzen bestätigt haben, können Sie mit dem nächsten Kapitel fortfahren.

Die systematische Einteilung der Vielzahl von gängigen Beatmungsmodi sieht - in Abhängikeit von der geleisteten Atemarbeit - drei große Gruppen vor:

a) kontrollierte Beatmungsmodi: die Ventilation wird zu 100% vom Respirator übernommen;
b) augmentierte Beatmungsmodi: die Atemarbeit wird vom Patienten und vom Respirator geleistet;
c) Spontanatmung: die Atemarbeit wir ausschließlich vom Patienten geleistet.

Die kontrollierten Beatmungsmodi werden in volumenkontrollierte und druckkontrollierte Formen unterteilt. Etwas differenzierter gestaltet sich die Unterscheidung der einzelnen augmentierten Beatmungsmodi. Die Unterteilung basiert auf der unterschiedlichen Unterstützung der Spontanatmung. In der Gruppe "nicht augmentiert spontan" wird ein Teil der Minutenventilation durch eine kontrollierte Beatmung übernommen. Bei SIMV ist die Spontanatmung zwischen den mandatorischen Atemhüben möglich. Bei BIPAP und APRV kann die Spontanatmung unabhängig von der mandatorischen Beatmung erfolgen. Alle drei Beatmungsmodi haben gemeinsam, dass der einzelne spontane Atemhub nicht durch einen mandatorischen Inspirationsdruck unterstützt wird. Demgegenüber steht die Gruppe des "breath to breath" support. Bei diesen Beatmungsmodi wird der spontane Atemhub durch einen positiven Inspirationsdruck unterstützt.
Nachfolgendes Diagramm stellt eine Übersicht über die systematische Gliederung der unterschiedlichen Beatmungsmodi dar.










Von der Nomenklatur hat die Industrie eine Unzahl unterschiedlicher Namen für Beatmungsmodi kreiert. In der kontrollierten Beatmung wird eine Vielzahl von sogenannten kombinierten Beatmungsformen von verschiedenen Herstellern angeboten. Diese Beatmungsformen suggerrieren trotz druckkontrollierter Beatmung Volumenkonstanz zu garantieren. Auf Grund physikalischer Grundgesetze kann bei einer kontrollierten Beatmungsform nur entweder das Atemzugvolumen oder die Druckdifferenz zwischen Inspirationsdruck und PEEP konstant gehalten werden. Die kombinierten Beatmungsformen (zum Beispiel: druckkontrolliert mit Volumengarantie) entsprechen daher am ehesten volumenkontrollierten Beatmungsformen. In den meisten Fällen wird der Inspirationsdruck automatisch von den Geräten als Freiheitsgrad, entsprechend der sich ändernden Atemmechanik des Patienten angepasst. In oben dargestellter Einteilung wird daher nur auf die zwei Grundformen der kontrollierten Beatmung eingegangen. Dem Leser ist es überlassen, auf Basis dieser Einteilung die sogenannten kombinierten Beatmungsformen entsprechend zuzuordnen.
Ähnlich unübersichtlich ist die Situation auch bei den augmentierten Beatmungsformen. Auf Grund patentrechtlich geschützter Namen und Bezeichnungen ist eine Vielzahl von unterschiedlichen Beatmungsformen entstanden, deren Anwendung für den beatmeten Patienten oft nur marginale Unterschiede bedeuten. Die oben aufgelistete Einteilung berücksichtigt die zwei großen Gruppen augmentierter Beatmungsmodi, die an Hand der Unterstützung der Spontanatmung des Patienten klassifiziert werden. In dem Diagramm sind die unterschiedlichen augmentierten Beatmungsmodi unter den in der Literatur am häufigsten publizierten Namen aufgelistet. Dem Leser ist es überlassen, auf Basis dieser Einteilung die Beatmungsmodi den auf der eigenen Intensivstation verwendeten Respiratoren zuzuordnen.
Der Beatmungsmode BIPAP gehört zur Gruppe der augmentierten Beatmungsmodi, dass heißt die Atemarbeit wird sowohl vom Patienten als auch durch den Respirator geleistet. Der Spontanatemanteil des Patienten erfolgt im Sinne einer "nichtaugmentierten" CPAP-Atmung. Diese ist völlig unabhängig vom Zyklus der mandatorischen Beatmung möglich. Der mandatorische Anteil wird durch eine druckkontrollierte Beatmungsform realisiert. Hierbei erfolgt die Ventilationsunterstützung durch das Umschalten zwischen zwei Druckniveaus (Pinsp, PEEP).








Wenn Sie nachfolgende Fragen beantworten können, markieren Sie, bitte, das dazugehörige Kästchen am rechten Seitenrand. Sind Sie unsicher über die richtige Antwort, arbeiten Sie, bitte, dieses Kapitel noch einmal durch.
Wodurch unterscheiden sich die kontrollierten von den augmentierten Beatmungsmodi ?
In welche funktionellen Gruppen lassen sich die augmentierten Beatmungsmodi einteilen ?
Zu welcher Untergruppe der augmentierten Beatmungsmodi gehört BIPAP ?

   
zum Begin weiter zum Ende
1 2 3 4 5 6 7